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gesunde geschichte.

Wir wirken seit mehr als 80 Jahren im Dienste der Pflanzengesundheit.

Nachkriegszeit und erste Impulse

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand Österreich vor großen Herausforderungen in der Landwirtschaft. Die Nahrungsmittelknappheit rückte den Pflanzenschutz in den Mittelpunkt, um die Ernährung der Bevölkerung zu sichern. Bereits 1948 erschien die erste Ausgabe der Fachzeitschrift „Der Pflanzenarzt“, herausgegeben von der Bundesanstalt für Pflanzenschutz. Im selben Jahr verabschiedete der Nationalrat das Bundesgesetz zum Schutz der Kulturpflanzen – ein wichtiger Meilenstein zur Stärkung des Pflanzenschutzes. Schon 1951 wurde der Bienenschutz als wesentlicher Teil des Pflanzenschutzes hervorgehoben.

Pionierarbeit und frühe Veranstaltungen

Hofrat Univ. Prof. Dr. Ferdinand Beran gilt als Wegbereiter der modernen Phytomedizin und setzte sich von Anfang an für unabhängige, wissenschaftlich fundierte Lösungen ein. Zwischen dem 19. und 22. September 1949 fanden die ersten Österreichischen Pflanzenschutztage statt – eine Tradition, die bis heute besteht. Dort standen frühe Bekämpfungsmaßnahmen wie Spezialtage zur Kontrolle des Kartoffelkäfers im Fokus. Prof. Beran nahm 1951 außerdem an einer USA-Reise teil, um Organisationsstrukturen des Pflanzenschutzes kennenzulernen und Impulse für Österreich zu gewinnen.

Gründung und Aufbau der Arbeitsgemeinschaft

Die wachsende Bedeutung des Pflanzenschutzes führte zur Gründung einer unabhängigen Plattform. Am 17. Februar 1959 gründeten Prof. Dr. Ferdinand Beran und weitere Fachpersonen die Arbeitsgemeinschaft für Pflanzenschutz (AfP), unterstützt vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft. Die Gründungsversammlung fand im Vortragsaal der Bundesanstalt für Pflanzenschutz in Wien statt. Mit dabei waren Dipl.-Ing. Franz Stephan als erster Geschäftsführer und Dipl.-Ing. Dr. Franz Hengl als erster Präsident.

Wachstum und Entwicklung

Kurz nach der Gründung organisierte die AfP die ersten Bundes-Pflanzenschutztage mit reger Beteiligung von Wissenschaft, Praxis und Ministerium. Die Mitgliederzahl wuchs rasant: Bereits im Gründungsjahr zählte die AfP rund 200 Mitglieder, und 1959 waren 457 Pflanzenschutzmittel zugelassen. Zwischen 1959 und 1969 hielt die AfP 73 Veranstaltungen ab – ein Zeichen für ihr großes Engagement. Im Laufe der Zeit wandelte sich die AfP zur Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für integrierten Pflanzenschutz (ÖAIP) und danach zur heutigen Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Phytomedizin (ÖAP). Dabei blieb der Geist der Gründungsväter erhalten: Die stetige Weiterentwicklung moderner technischer, biologischer und biotechnologischer Pflanzenschutzmethoden steht weiterhin im Fokus.

Auszeichnungen und Nachwuchsförderung

Zur Ehrung besonderer Verdienste wurde 1978 zum 75. Geburtstag von Prof. Beran die Ferdinand Beran Medaille gestiftet, die seitdem für herausragende Leistungen verliehen wird. Seit 2012 zeichnet die ÖAP zudem junge Forschende mit dem Georg Prosoroff Preis aus, um innovative wissenschaftliche Arbeiten im Pflanzenschutz zu fördern.

Zukunft der ÖAP

Die ÖAP versteht sich als wichtige Plattform für alle, die sich dem Schutz der Kulturpflanzen verschrieben haben. Ihr Ziel ist es, Wissen zu bündeln, den fachlichen Austausch zu fördern und die nachhaltige Weiterentwicklung des Pflanzenschutzes in Österreich aktiv mitzugestalten. Dabei setzt sie auf enge Zusammenarbeit aller Akteur:innen und kontinuierliche Innovation – um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in der Landwirtschaft gerecht zu werden.